Kuwaiti League, Saison 09/10, 03.02.2010    

   

   1 : 1   

 

Al Qadsia SC - Al Arabi Club

 

Hawally, Mohammed Al-Hamad Stadium (ca. 5.000 Zuschauer)

 

Am naechsten Tag ging es dann erneut mit dem Taxi raus zum Flughafen (Fahrpreis ohne Abhol- oder Sonstwaszuschlag 3 BHD) und dort um kurz vor 10 mit Gulf Air nach Kuwait-City. Auch hier ohne jegliche Probleme nach gut 50 Minuten gelandet. Auch fuer Kuwait benoetigt man ein Visum welches man aber nicht, wie in Bahrain, direkt bei der Einreise erhaelt, sondern an einem separaten Schalter. Hier schnappt man sich das Antragsformular, zieht eine Nummer und wartet bis diese aufblinkt. Dann ein paar Fragen ueber sich ergehen lassen, 6 KWD (1 KWD = 2,50 EUR) abdruecken und schon hat man einen Stempel im Pass. Zudem erhaelt man ein Schreiben welches man bei der Ausreise wieder benoetigt. Es kann im uebrigen in keiner anderen Waehrung und auch nicht mit Kreditkarte bezahlt werden.
Nachdem man dann den Flughafen verlassen hatte schoss einem schon die Taximafia entgegen. Gelesen hatte man vorher das auch hier das Taxifahren teuer sei. Hier stimmt es aber auch ! Bei o.g. Wechselkurs der schon recht hart ist, ist eine Taxifahrt vom Flughafen in die recht weit entfernte Innenstadt mit fast 15 KWD noch haerter. Aber nebenan ist das der Busbahnhof und ein faehiger Mitarbeiter wies einen Fahrer an mich mitzunehmen. Kosten hierfuer 250 Fils. Fils ist die Unterteilung des Dinar und ist im Gegensatz zu westlichen Laender in 1000 gestueckelt. D.h. Preise werden immer mit 3 Stellen nach dem Komma angegeben. Die Busfahrt zeigte einem auch schon was einem hier erwartet> das einste Verkehrschaos ! Man o man... hier faehrt ja nun wirklich jeder so wie er Bock hat. Scheinbar erkennt das auch die Polizei die eigentlich alle paar hundert Meter mit der eigenen Traffic Patrol steht. Eins wird zudem noch klar: diese Stadt gefaellt mir auf Anhieb. Hier ist es auch mal dreckig, laut und eben chaotisch. Klar gibt es auch im Zentrum von Kuwait-City etliche Neubauten und Hochhaeuser, doch das ganze Flair ist einfach ein geiles, angenehmes. Eben eins was mir auf Anhieb gefaellt !
Nach gut 40 Minuten Busfahrt, der Fahrer fuhr halt nur im Schleichtempo da er lieber mit den Fahrgaesten redete oder telefonierte, erreichte ich den Busbahnhof Mirqab im Zentrum. Um die Ecke im Kiosk noch schnell fuer 1.500 KWD einen Stadtplan gekauft und schon ging es per pedes weiter. Nach weiteren 30 Minuten und geilen Eindruecken, tauchte eigentlich ganz unverhofft mein Hotel auf. Auch hier war ich eigentlich wieder zu frueh dran, aber auch hier dankte ich und konnte bereits frueher einchecken. Da bis zum Spiel am Abend noch Zeit war, wollte ich auf jeden Fall noch etwas von Kuwait-City sehen und wo geht das besser als auf einem 120 Meter hohen Turm ? Hier sind es drei an der Zahl und im groessten, eben der 120er, gibt eine drehbare Aussichtsplattform und ein Restaurant. Da diese kuwaitische Sehenswuerdigkeit aber einige weg war von meinem Hotel und es keine Busfahrplaene, geschweige denn Abfahrtszeiten gibt, fragte ich mal im Hotel nach ob diese einen rat haetten. Hatten sie mit einem privaten Fahrer. Solch einen sollte man sich hier sofort zulegen wenn man hier ist, denn ohne Auto ist man zum aufgeschmissen und beim Taxifahren wird man, wie bereits erwaehnt, arm. Daher sollte heute Hameed mein Chauffeur sein und dies auch zu guten Preisen !
Eintritt fuer die Towers kostet 2 KWD und erhaelt dazu noch ein Freigetraenk im Restaurant. Sicht schon toll, besonders auf den Persischen Golf, doch waren die Scheiben arg verschmutzt was gute Fotos scheitern liess. Da man das Geld fuer den Rueckweg sparen wollte, trat man den weiten Weg entlang der Arabian Gulf Street, welche - ihr ahnt es schon - entlang des Persischen Golfs verlaeuft, an. 2 Stunden war ich unterwegs, sah natuerlich einiges schoenes aber skurilles, aber im Endeffekt doch etwas erschoepft. Hameed war fuer 17.00 Uhr bestellt und war auch puenktlich da, so dass es zeitig aufgehen konnte zu diesem Spiel.
Ich konnte eigentlich bisher den kuwaitischen Fussball nie so wirklich einordnen. Okay, mit 9 Siegen des Gulf Cups sind die Kuwaitis weit vorne, aber im internationel Wettbwerb sind so ja nicht so wirklich in Erscheinung getreten. Das Mohammed Al-Hamad Stadium liegt in Hawally welches als eigene Stadt gilt. Jedoch geht hier alles in eins ueber so das man das Gefuehl hat immer in Kuwait-City zu sein. Die Fahrt aus dem etwaigen Stadtzentrum dauert ca. 20 Minuten und von der Autobahn erkennt man schon die vier grossen Flutlichter welche bereits schoen vor sich hinflackerten. Hameed liess mich am Stadion raus und schon vernahm man 30 Minuten vor Anpfiff Trommelklaenge und Gesaenge. Sollte ich heute etwa eindlich Fans erleben ? Ja, ich sollte und wie ! Das Stadion verfuegt ueber eine grosse ueberdachte Haupttribuene die komplett in gelb (Vereinsfaben Al Qadsia schwarz-gelb) gehalten ist. Auf der Gegenseite befinden sich etliche Stuen ausgestattet mit Holzbaenken und den, fuer diese Gegend typischen, Portraits der politischen Fuehrung. Die Gegengerade geht in einem Stueck in die beiden Hintertorkurven ueber und ist ebenfalls in gelb gehalten. Hinter jedem Tor gibt es noch einen schwarzen QSC Schriftzug und das war es dann.
Die bereits an der Kasse (Eintritt 3 und 5 KWD) vernommenen Gesaenge waren den Gaesten zuzuordnen die in den Vereinsfarben (gruen-weiss) gehaltene Fahnen in die Luft reckten. Beide Fanlager hatten einen eigenen Bereich auf der Haupttribuene und konnten jeweils bestimmt mit gut 800 bis 1.000 Leuten aufzeigen das es in Kuwait sehrwohl Fanszenen gibt. Die Stimmung auf beiden Seiten war ein Traum. Fuer mich war es nun einmal der erste Besuch auf der arabischen Halbinsel, bzw. im arabisch sprachigen Raum. Es mag auch sicher daran gelegen haben das mir die Gesaenge so gut gefielen, aber das ganze Zusammenspiel des Blocks passte einfach. Richtig geile Trommel- und Klatschrhythmen konnte man hoeren, Wechselgesaenge mit dem ganzen Block wobei es hier wirklich Gesaenge waren und kein stupides Groehlen. Zudem waren die beiden Bloecke mit Fahnen in den Vereinsfarben versehen und dei Gaeste warfen zu Anpfiff noch Konfetti und Papierrollen. Nach dem Tor fuer Al Arabi gab es sogar etliche Boeller was die gleich die vorhandene Staatsmacht dazu bracht sich vor den Gaesteblock zu stellen. Kurz zum Spiel: Top ! Kein Vergleich zum Bahrain. Tolle Spielzuege, viel Einsatz und Hektik im Spiel waren eine tolle Mischung. Beide Tore fielen erst in den letzten 10 Minuten was die Huette echt zum kochen brachte. Man weiss ja das die Araber etwas temperamentvoller sind und natuerlich auch etas emotionaler als zum Beispiel wir. Das ganze war einfach eine gute Mischung und hat mich mehr als erfreut ! Eins dann doch noch: Das Spiel wurde ganze 25 Minuten spaeter angepfiffen. Anfangs fuer mich voellig unklar warum denn alle, zum Spielbetrieb benoetigten, 25 Akteure standen ja schon auf dem Platz. Erst als dann eine ganze Schar Maenner im arabischen Gewand einliefen und die Spieler natuerlich jedem die Hand und ein Kuesschen geben mussten war klar das hier kein Spiel ohne den grossen Cheffe angepfiffen wird ;-)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

                                   Tageskilometer:     Manama - Kuwait-City - Hawally - Kuwait-City      50 km mit dem Auto - 421 km mit dem Flugzeug